Leseforschung

Die Zukunft des Lesens

... ist digital, könnte man denken. Doch das ist nicht ganz richtig: Papier ist im Vorteil – vor allem bei Sachtexten oder wenn wir es eilig haben. Das fasst die europäische Forschungsinitiative E-READ in der Stavanger-Erklärung zusammen.

130 Wissenschaftler auf den Gebieten des Lesens, Schreibens und Publizierens aus ganz Europa forschten 4 Jahre lang zum Thema Digitalisierung des Lesens. Zentrale Ergebnisse steuerte eine Metastudie aus 54 Studien mit über 170.000 Teilnehmern bei. Am Ende stand eine zentrale Erkenntnis, die in der Stavanger-Erklärung zusammengefasst wurde: Bildschirme und bedrucktes Papier sind als Lesemedien nicht gleichwertig.

Die Forscher identifizierten einige Aspekte, die klar für gedruckte Texte sprechen:

  • Vor allem bei Sachtexten und unter Zeitdruck ist Papier im Vorteil.
  • Was wir in Händen halten, wenn wir lesen, beeinflusst unser Erinnerungs- und Anwendungsvermögen. (Embodied Cognition)
  • Wie bewusst und konzentriert wir lesen, hängt davon ab, welche Möglichkeit der Fokussierung wir dem jeweiligen Lesemedium zuschreiben. (Affordanz)


Das gilt auch und besonders fürs Zeitunglesen: Was man hier gelesen hat, wird besser verstanden und bleibt länger im Kopf. Genau das ist das Ziel werblicher Kommunikation. In den Printmedien der Frankfurter Allgemeinen werden Anzeigen intensiver genutzt, wertvoller bewertet und entsprechend besser beachtet.

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Podcast

im Gespräch mit NextM

Im NextM-Podcast spricht F.A.Z.-Redakteur Fridtjof Küchemann über die spannenden Forschungs-Ergebnisse.

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