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Von der Hand in den Kopf

Macht es einen Unterschied, ob wir etwas auf Papier oder auf dem Bildschirm lesen? Die Wissenschaftler der E-READ-Forschung sagen ja und haben ihre Erkenntnisse in der Stavanger Erklärung formuliert: Papier ist im Vorteil – vor allem bei Sachtexten und unter Zeitdruck.

E-READ ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, bestehend aus 54 Einzelstudien mit zusammen 170.000 Studienteilnehmern, an dem 130 Wissenschaftler aus ganz Europa über vier Jahre hinweg beteiligt waren. Die Rückschlüsse aus ihrer Forschung haben sie in der Stavanger Erklärung zusammengefasst.

Ein wichtiges Ergebnis: Lesen auf Papier heißt „be-greifen“ – und das im wahrsten Sinne. Die Wissenschaftler nennen das Embodied Cognition: Was wir in den Händen halten, beeinflusst unser Erinnerungs- und Anwendungsvermögen. Der stoffliche Charakter des Papiers bietet eine bessere Grundlage für das Memorieren. Gedrucktes „hat Gewicht“ und nimmt Raum ein, Texten kann man durch Seiten und Zeilen folgen.

Beim Lesen einer Zeitung oder eines Magazins ist immer der ganze Körper im Einsatz. Redaktionelle und werbliche Inhalte werden gleichermaßen physisch erfasst – und besser verarbeitet.

Zudem konstatierten die Wissenschaftler des Projekts eine besondere Affordanz bei der Rezeption von Texten auf Papier: Wie konzentriert wir lesen, hängt davon ab, welche Möglichkeit der Fokussierung wir dem Lesemedium zuschreiben. Die Erwartungshaltung an eine Zeitung sorgt dabei für eine deutlich intensivere Fokussierung. Bei der Nutzung gedruckter Medien konzentrieren sich die Leser stärker auf den Inhalt. Der Griff zur Zeitung ist eine bewusste Entscheidung, das Medium ist nur für die Lektüre gemacht.

Die Vorteile für Werbung in diesen Umfeldern liegen auf der Hand. Sie erhält mehr Aufmerksamkeit und wird intensiver rezipiert als in anderen Umfeldern. Mehr darüber können Sie auch auf FAZ.NET lesen.